Karsten, Margit, Anja und Dirk auf den Spuren .... der Kelly-Family?

Vom 14. Juni bis 28. Juni 1997

Samstag, 14.06.: Wie durch Zufall treffen wir uns nach einem kurzen Flug auf dem Flughafen von Shannon. Karsten & Margit haben offenbar bereits die ersten Erfahrungen mit unserem Leihwagen und dem dazugehörigen Linksverkehr gemacht. Irgendwie haben sie es nämlich geschafft, schon einzukaufen. Wir starten in Richtung Norden zu unserer Ferienwohnung. Unterwegs besorgen wir uns das erste irische Bier, Guinness versteht sich. Das ist zunächst gar nicht so einfach, die Iren trinken nämlich fast nur in den Pub's und nicht zu Hause. Daher gibt es längst nicht in allen Märkten Bier zu kaufen. Auf halber Strecke wagt Dirk sich nun auch mal hinters Steuer. Auf dem Weg zu unserem Quartier wird die Landschaft immer schöner und wir freuen uns riesig, die Wohnung in Corr na Mona ausgesucht zu haben. Auf der Farm der Casey's angekommen, lernen wir auch gleich den Hausherren Padraic Casey persönlich kennen. Zum ersten Mal erfahren wir, wie es ist, wenn vier Leute Englisch verstehen, aber jeder etwas anderes. Padraic zeigt uns unsere schöne Wohnung mit dem typisch irischen Kamin. Seine Frau Sally hat uns zum Empfang selbst gebackenes Brot und frische Milch in die Küche gestellt. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen, zum ersten mal den Torf angezündet und Abendbrot gegessen haben, beschließen wir trotz fortgeschrittener Müdigkeit, unseren "Hausberg" zu besteigen. Begleitet werden wir von dem Hirtenhund Rex, der sich sehr freut, uns sein Revier vorführen zu dürfen. So nehmen dann auch die vielen Schafe ehrfurchtsvoll vor ihm Reißaus. In 2/3 Höhe genießen wir bereits einen phantastischen Blick. Doch dann hören wir, unsere Betten rufen und gehen zur Enttäuschung von Rex wieder hinunter zu "unserer" Farm.

Sonntag, 15.06.: Unsere erste Tour soll uns durch Connemara und um die angrenzende Halbinsel führen. Wir stellen fest, daß man auf den eigentlich kurzen Strecken doch nur recht langsam voran kommt, da die Straßen teilweise sehr uneben, kurvig und unübersichtlich sind. Dies hat natürlich andererseits auch einen besonderen Reiz ("Huaa!!"). Durch Leenane gelangen wir zu unserem ersten Ziel, Kylemore Abbey. Dieses kleine Schloß wurde im 19 Jh. von einem wohlhabenden Kaufmann als Geschenk für seine Frau erbaut und ist heute im Besitz irischer Benediktinerinnen. Ein Teil beherbergt eine Mädchenschule, ein anderer Teil steht zur Besichtigung offen. Ein Stück weiter genießen wir in einem kleinen Craft Shop die ersten Sandwiches, Tee und Scones, bevor Dirk uns ganz stolz seinen Polarisationsfilter vorführt. Die Fahrt geht dann weiter durch Letterfrack und Cleggan bis zum Aughru Point, dem westlichsten Zipfel dieser Halbinsel, wo wir genüßlich auf den wasserumspülten Felsen umherklettern. Wir folgen einem Tip von Mr. Casey und können mit dem Auto auf Omey Island fahren, eine Insel, die nur bei Ebbe über eine Sandbank zu erreichen ist. Von Clifden aus gelangen wir auf die wunderschöne Skyroad, eine steile, schmale Straße, die sich um eine kleine Landzunge schlängelt. Am Abend genießen wir nach dem Essen gemütlich das Kaminfeuer und Karsten und Margit trinken freudig ihren ersten irischen Whisky.

Montag, 16.06.: Unser heutiges Ziel haben wir uns im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich hoch gesteckt. Wir sollten heute erfahren, daß wir es mit diversen Herrschaften im gehobenen Alter absolut nicht mehr aufnehmen können. Aber dazu später mehr. Wir fahren wieder los in Richtung Leenane. Kurz dahinter gehen wir ein Stück an einem schönen Wasserfall des Erriff-River, einem Eldorado für Lachsfischer, spazieren. Die Weiterfahrt geht durch Louisbourgh und Murrisk, bis wir schließlich den Croagh Patrick (765m), Irlands heiligen Berg, erreichen. Der heilige Patrick soll sich hier im Jahre 441 eine 40 tägige Buße auferlegt haben. Zu dessen Erinnerung findet hier alljährlich eine große Wallfahrt auf den Berg statt. Viele Pilger legen diesen Weg barfuß zurück, was uns geradezu unglaublich erscheint. Schon unsere Vermieter beschrieben uns den Weg als "very steep". Die erste Hälfte ist noch als sehr steiler und steiniger Weg erkennbar. Für Anja & Dirk, als nicht ganz so gut trainierte Wanderer, stellt sich hier schon die Frage des Umkehrens, sie werden jedoch durch Karsten & Margit, in 100m Vorsprung, zum Durchhalten motiviert. Als wir dann jedoch das letzte Drittel, eine riesige, sehr steile Quarzitgeröll-Halde, erreichen, entschließen wir uns nach einer anfänglichen Unentschlossenheit, umzukehren. Karsten hat arge Bedenken, mit seinen Knien den steilen Abstieg zu bewältigen. Nun, wir lassen uns also eben noch von der nächsten Senioren-Gruppe überholen und steigen dann wieder etwas frustriert hinab. Glücklich wieder am Auto, fahren wir weiter zum Einkaufen nach Westport. Der Rückweg führt uns durch Killavally und Ballinrobe, wo wir zwei kleine Friedhöfe mit gut erhaltenen Kirchenruinen besichtigen. Die eine Besichtigung erweist sich allerdings für Karsten und Dirk als Fehlentscheidung: Zwar gelingt es, einige schöne Fotos zu schießen, der Weg dorthin führte jedoch durch pollenüberflutete Wiesen, und so bekamen wir einen unfreiwilligen Nieswettbewerb. In Cong besichtigen wir die Ruine und den wunderschönen Park der Cong Abbey, und kehren dann zum Essen bei Burke's in Clonbur ein. In diesem Pub ist unsere Vermieterin Sally Chefköchin. Und beim Gespräch mit unserer Kellnerin stellen wir fest, daß sie Sally's Tochter Fiona ist. Sie schmückt unseren Guinness-Schaum mit dem typisch irischen Kleeblatt "little shamrock". Neben einem phantastischen Abendessen in diesem gemütlichen Pub, erwerben wir ein leckeres Früchtebrot nach dem Original-Rezept von Sally.

Dienstag, 17.06.: Heute heißt unser Ziel Achill Island. Über Westport, Newport und Mulrany gelangen wir über eine kleine Brücke auf die größte Insel vor der Küste Irlands. In Dogort gehen wir an einem wunderschönen Strand spazieren. Leider ist es zum Baden zu kühl. Sehr gerne würden wir auch die in der nähe liegenden Robbenhöhlen besichtigt, doch wir finden kein Boot, welches uns dort hinbringen könnte. Um den Berg Slievemore gefahren, gelangen wir zu einem gleichnamigen Ruinendorf, welches in der Hungersnot im 19. Jh. verlassen wurde. Und weiter geht's über Keel und Dooagh bis nach Keem und dessen hübscher Badebucht. Zurück fahren wir entlang der Südküste über den Atlantic Drive. Im Achill Sound Pub warten wir lange auf unsere Smoked Salmon Sandwiches. Zu Hause genehmigen wir uns einen gemütlichen Abend bei Kaminfeuer und Kartenspiel.

Mittwoch, 18.06.: Nach ziemlich schlechter Wettervorhersage am Vorabend, haben wir gewisse Schwierigkeiten aus dem Bett zu kommen. Als wir es dann irgendwann schließlich doch noch schaffen, starten wir unseren ursprünglich geplanten Versuch, zu den Aran Islands zu fahren. Da wir jedoch die in Rosseveal ablegende Fähre, auf Grund eines alten Fährplans, nicht mehr erreichen, verschieben wir diesen Plan auf den kommenden Tag und fahren entlang der Küste über Spiddal nach Galway. Wir bewundern einige alte Gebäude, wie den Spanish Arc, spazieren durch die Straßen und Geschäfte und besichtigen die Kathedrale. Wir beobachten Angler, die in Mitten eines relativ breiten Flusses stehen. Zurück am Auto müssen wir leider feststellen, daß auch die irischen Politessen gnadenlos sind. Der Abend beschert uns ein nettes Gespräch mit Padraic, welcher uns einen Teller voll selbstgebackener Scones vorbei bringt. Dabei macht er uns schon ganz gespannt auf die "Irish Night" in Burke's Pub.

Donnerstag, 19.06.: Wieder täuschen wir uns dummerweise über die Abfahrtszeiten der Aran-Flyer, es gelingt uns aber dennoch, eine Fähre zur größten der Aran-Islands, Inishmore, zu erreichen. Nach sehr stürmischer Seefahrt mieten wir uns auf der Insel relativ neue Mountain-Bikes, die jedoch manch einen "Biker" nicht sehr glücklich machten. Alternativ hätten wir uns auch von geschäftstüchtigen Kutsch- oder Kleinbusfahrern über die Insel bringen lassen können, aber wir zogen dann doch die zweirädrige Methode vor. Die Bewohner der Aran Islands sprechen noch überwiegend gälisch. Von hier stammen auch die berühmten irischen Aran-Pullover (hand knitted). Unser Ziel der kurzen Fahrradtour ist das Dún Aenghus Fort, eine der mächtigsten Befestigungsanlagen in Europa aus prähistorischer Zeit. Auf dem Hinweg teilen wir uns die Hauptstraße mit den anderen Fahrzeugen und Besuchern. Das letzte Stück ist für Radler gesperrt, so gehen wir dann zu Fuß weiter. Das halbrunde Fort liegt direkt an den 90m hohen Klippen der Steilküste. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die tosende Brandung. Den Rückweg fahren wir auf einem ungeteerten und "touristenfreien" Weg, mitten durch die unzähligen, von Hand trockenummauerten Gartenparzellen. In diesen Parzellen haben die Inselbewohner Sand und Seetang geschichtet, um dem unfruchtbaren Boden dennoch etwas abzugewinnen. Die Fährrückfahrt gestaltet sich als eher harmlos, verglichen mit der Hinfahrt, aber dennoch sind wir nicht böse, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Abends fahren wir zu dem lang ersehnten irischen Abend in Burke's Pub. Dort genießen wir ein wunderbares Essen aus der Küche von Sally. Von der untypischen, keyboardunterstützten, irischen Musik sind wir zunächst ziemlich enttäuscht, später macht es aber zumindest Spaß, Margit bei ihren ersten irischen Tanzversuchen zu beobachten.

Freitag, 20.06.: Heute sollte unser letzter Tag in Connemara sein. Allerdings sind wir uns schon sicher, daß wir wieder kommen und gerne wieder Gäste der Casey's sein wollen. Die Fahrt geht noch einmal in Richtung Clifden. Diesmal wählen wir die Strecke über Roundstone. Hier gibt es eine Manufaktur für Bodhráns, den typisch, irischen Handtrommeln. Nach langen Diskussionen und Überlegungen steht nun eine solche Bodhráns glücklich, wenig benutzt und etwas staubbehaftet im Hause Dirk & Anja. In und um Clifden gehen wir nun in diversen Craft-Shops auf die Suche nach Aran-Sweatern für Margit und Karsten. Am Abend wird bei leckerem Essen (Salmon Cutlets) die weitere Route geplant und noch einmal genüßlich das Torf-Feuer bewundert.

Samstag, 21.06.: Zum Abschied können wir die ganze Familie Casey zu einem Gruppenfoto zusammentrommeln. Danach sagen wir mit etwas schweren Herzen "Auf Wiedersehen". Vorbei an Galway führt unsere Route in Richtung Süden mit dem ersten Halt bei Kilmacduagh, den Ruinen einer ehemaligen Klosterstätte mit einem besonders gut erhaltenen Rundturm (Nebenbei gesagt unser erster Rundturm). Bei einer Höhe von 34m steht dieser 60cm aus dem Lot. In Corofin besuchen wir das Heritage Center, eine Ausstellung über die Landvertreibung und Auswanderungswelle der dort ansässigen Bevölkerung. Weiter geht's zu einer der bekanntesten Attraktionen von Irland, den Cliff's of Moher. Diese Steilküste ist an der höchsten Stelle 200m hoch. Bei strahlendem Sonnenschein und umwerfendem Sturm laufen wir entlang der Klippen und genießen den tollen Blick bis zu den Aran-Islands. Ein kleines Stück weiter im Süden halten wir wieder an der Küste und bestaunen die tosende Brandung. Mit einer Autofähre überqueren wir den River Shannon und gelangen so zu unserem ersten Bed & Breakfast in Tralee, einem pensionsartigen großen Haus. Die Leute sind sehr nett und empfehlen uns für das Abendessen ein Restaurant an der Dingle Bay. Dieses Restaurant entpuppt sich allerdings als leichte Enttäuschung. Es ist überfüllt, wir müssen ewig warten auf ein Essen, was letztendlich doch nicht so toll und viel zu teuer ist. Nebenbei werden unsere Ohren durch heftiges Klavierspiel mit Gesang belastet. OK, die Pianistin ist nett, sie spielt extra für uns sogar "Ein bischen Frieden". Aber dennoch schweifen unsere Gedanken zurück zu Burke's...

Sonntag, 22.06.: Leider spielt das Wetter heute nicht so richtig mit, so können wir die Fahrt rund um die Dingle-Halbinsel nur bei Wolken und Regenschauern genießen. Der Ort Dingle selbst ist ein hübscher, kleiner Hafenort, der jedoch auch entsprechend überlaufen ist. An der Süd-West-Küste der Halbinsel finden wir das Fort Dunbeg. Im Inneren stehen Reste eines Hauses, welches innen viereckig und außen rund war. Wir erreichen die Kilmalkedar Church. Auf deren Friedhof steht eine alte Sonnenuhr, ein großes Steinkreuz und ein Ogham-Stein. Die Ogham-Schrift orientiert sich an einer vertikalen Linie eines Steinblockes. Entlang dieser Linie findet man die Buchstabenzeichen, Punkte oder schräge, bzw. horizontale Striche in Einer- bis Fünfergruppen. Diese Strichkombinationen entsprechen bestimmten Buchstaben. Nächstes Ziel ist das Gallarus Oratory. Diese Kapelle ähnelt einem kieloben liegenden Boot. Sie besteht aus mehr als 1m dicken Mauern, die aus so sorgfältig ausgesuchten und genau übereinandergeschichteten, unbehauenen Steinen bestehen, daß der Bau trotz seines Alters von vermutlich 1200 Jahren, vollkommen trocken ist. Wir verlassen die Halbinsel und suchen uns nahe Killarney wieder ein sehr nettes B & B. Am Abend fahren wir zum Essen nach Killarney, welches als das Zentrum des Tourismus gilt. Entsprechend viele Pub's und Leute sind hier anzutreffen.

Montag, 23.06.: In Killarney besichtigen wir im Anschluß an eine Beerdigung die St. Mary's Cathedral. Außerhalb von Killarney wandern wir zunächst zur Muckross Friary, eine der besterhaltenen Franziskanerabteien Irlands. Nach ausgiebigem Umherklettern in der Ruine wandern wir weiter zur Muckross Farm. Hier machen wir einen Rundgang durch das Irland der dreißiger Jahre. Es wurden verschiedene Farmhäuser rekonstruiert und komplett eingerichtet. In den Häusern beantworten die "Bewohner" geduldig die Fragen der Besucher. Und eine Schweinemutter präsentiert uns stolz ihren Nachwuchs. Nun gelangen wir zum Muckross House, einem Herrenhaus aus dem Jahre 1843, dessen prunkvoll eingerichtete Räume wir besichtigen. Alles ist sehr frei zugänglich und zu fotografieren. Nachdem wir auch auf unserem Rückweg erfolgreich die aufdringlichen Kutscher abwimmeln, die einem den "kilometerweiten" Marsch abnehmen wollen, fahren wir weiter durch den schönen Nationalpark, vorbei am berühmten Ladies View (Königin Victoria genoß den Blick mit ihren Hofdamen vor etwa 100 Jahren), der sich allerdings bei dem grauen Wetter eher als mittelprächtiger View erweist. Wir kürzen die Süd-West-Spitze der Insel ab und fahren bis kurz vor Kinsale, wo wir ein wunderschönes B & B bei sehr netten, älteren Herrschaften finden. Wir werden sogleich zum netten Plausch bei Tee und Keksen eingeladen. Am Abend besuchen wir das sehr schöne Örtchen Kinsale und lassen uns im Pub "The Shanakee " nieder.

Dienstag, 24.06.: Weiter geht's nach Cobh, dem Hafenvorort von Cork. Aus diesem Hafen liefen damals die großen Flüchtlingsschiffe nach Amerika aus. Außerdem war es der letzte Anlegehafen der Titanic. Zu Besichtigen gibt es für uns hier noch die St. Colman Cathedral. Auf Drängen von Karsten besuchen wir in Midleton die Jameson-Whiskey-Destillery. Anhand der alten Destillerie wird hier eindrucksvoll die Whisky-Herstellung erklärt und demonstriert. Die anschließenden Proben lassen das Karsten'sche Whisky-Herz dann erst richtig höher schlagen. Die Jameson-Destillery beherbergt unter anderem den größten Brennkessel der Welt. Darauf fahren wir nach Cahir, um das Cahir Castle zu besichtigen, eine der größten Burganlagen des Landes, die schon oft als Filmkulisse genutzt wurde. Wir nehmen hier auch an einer Führung teil. Unser nächstes Ziel heißt nun endlich "Rock of Cashel". Der berühmte Felsen mit seinen monumentalen Bauwerken ist weithin sichtbar und schließt auch uns in seinen Bann. Auf der Suche nach einem B & B erfahren wir etwas über die irische Hilfsbereitschaft. Die Besitzer einer bereits belegten Unterkunft sind so freundlich, uns bis zu einer anderen, noch freien Unterkunft zu begleiten. Dort bekommen wir dann noch die Empfehlung, eine Vorstellung der Gruppe Brú Ború zu besuchen, eine Mischung aus Riverdance und UpWithPeople. Doch zunächst essen wir in einem Imbiss-Lokal, inmitten von unzähligen, schreienden Kindern einer Klassenfahrt. Danach genießen wir in der zweiten Reihe eines extra hierfür gebauten Theaters die phantastische Vorstellung von Brú Ború.

Mittwoch, 25.06.: Am nächsten Tag "besteigen" wir den "Rock of Cashel", um die faszinierenden Gebäude zu besichtigen. Das nächste Ziel unserer Tour heißt Kilkenny. Kilkenny ist ein sehr schönes, kleines Städtchen mit vielen Sehenswürdigkeiten. Wir spazieren zunächst durch die Stadt und erreichen dann die St. Canice's Cathedral. Die Kirche gilt als eine der schönsten Kathedralen Irlands, neben ihr steht ein 30m hoher Rundturm, der sogar begehbar ist. Die zwei "sportlichsten und schlanksten" von uns wagen den mühsamen und beschwerlichen Aufstieg über viele Leitern und werden durch einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und die in der Nachbarschaft liegende Guinness-Brauerei belohnt. Nach einer Stärkung im Coffeeshop, besuchen wir das Design-Center, eine Anhäufung mehrerer kunsthandwerklicher Läden. An diesem Abend fahren wir noch bis kurz vor Dublin und finden in der Nähe von Celbridge unser B & B und gehen in Celbridge Essen.

Donnerstag, 26.06.: Nachdem wir unsere B & B - Unterkunft in die Nähe von Naas gewechselt haben, fahren wir hinein, in die größte Stadt Irlands. Dort trennen wir uns, um zunächst paarweise die Innenstadt zu erkunden. Anja und Dirk streifen durch die O' Connel-Street und Temple Bar, essen im Innenhof des Powerscourt House, bummeln durch die Grafton-Street, die Hauptgeschäftsstraße von Dublin und bewundern den Rasen und die außen herum ausgestellten Bilder des St. Stephens Green Parks. Margit und Karsten starten umgekehrt in der Grafton-Street und besichtigen dann das Powerscourt House. Durch viele Gassen hindurch gehen sie, nach kurzer Überquerung des Liffey und einem Imbiss in einem winzigen Bistro in der Dawson-Street, zum National-Museum, um dessen Schätze zu bewundern. Anschließend treffen alle vier Gutnoff's am Trinity College wieder zusammen. Hier besichtigen wir gemeinsam die überwältigende Old Library und das kostbare Book of Kells. Zusammen bummeln wir in das St. Stephen's Green Shopping Center und fotografieren rund um den Merrion Square viele hübsche Türen. Geschafft vom vielen Laufen und den vielen Eindrücken fahren wir wieder nach Naas, um dort zu Abend zu essen.

Freitag, 27.06.: Unsere Rückfahrt geht quer durch Irland in Richtung Limerick. Kurz vor Limerick machen wir Station in Killaloe. Dort besichtigen wir eine kleine, alte Kirche mit einem Ogham-Stein und essen in einem Pub. An Limerick vorbei gelangen wir zu unserem letzten Ziel, dem Bunratty Castle. Diese im 15 Jh. errichtete Burg ist inzwischen zu einem sehr originalgetreu eingerichteten Museum geworden. Im Bankett-Saal werden für die Touristen täglich mittelalterliche Bankette veranstaltet, woran wir allerdings nicht teilnehmen. Anschließend besichtigen wir den Bunratty Folk Park, ein Freilichtmuseum mit vielen Häuschen, Werkstätten und Läden, wie man sie im späten 19. Jh. überall in Irland fand. Zu guter Letzt suchen wir noch ein Telefon, um uns unseren Rückflug bestätigen zu lassen, ein letztes B & B und ein Restaurant mit Live-Musik unter Begleitung eines original irischen "Spoonman". Etwas traurig genießen wir den vorerst letzten Abend in diesem wunderbaren Land und freuen uns auf ein Wiedersehen...


Copyright © 2000 by Dirk Gutnoff